Louise Schroeder
"...(wir) bekennen uns zur Sozialdemokratie, das heißt, wir wollen durch die Demokratie, durch den Volkswillen zu einem gerechten Wirtschaftssystem kommen, das die beste Gewähr bietet für Toleranz und Menschenrechte im Innern, für Völkerverständigung nach außen."
Louise Schroeder und Kurt Schuhmacher (© AdsD der FES)
Louise Schroeder (1887-1957), ehemalige Oberbürgermeisterin von Berlin, war eine der ganz wenigen Frauen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgreich politisch aktiv waren. Sie stammte aus einer Ottenser Arbeiterfamilie. 1910 trat sie als 23-Jährige der SPD bei (Frauen in Deutschland durften sich erst seit 1908 vereinspolitisch betätigen), war bald im Vorstand ihres Ortsvereins und gehörte neun Jahre später zu den ersten Frauen, die in die Nationalversammlung einzogen (das volle, aktive und passive Wahlrecht hatten Frauen in Deutschland gerade erst in 1918 erhalten). Bis 1933 war Louise Schroeder dann ohne Unterbrechung Reichtagsabgeordnete. Schwerpunktmäßig Sozialpolitikerin - sie gehörte zu den InitiatorInnen der AWO -, setzte sie sich für das Jugendwohlfahrtsgesetz, für Mutterschutz, Achtstundentag, Gleichstellung unverheirateter Mütter und sexualpolitische Fragen ein.
Die Nazi-Zeit samt Schikanen - sie gehörte zu den SPDlern, die namentlich gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz abgestimmt hatten - überstand sie unter allerlei Strapazen zunächst in ihrer Heimatstadt Hamburg mit einem Bäckerladen, dann in Berlin und Dänemark.
Nach 1945 wurde sie Mitglied im Zentralausschuss der SPD, 1947 dann nach dem Veto der Sowjetunion gegen Ernst Reuter amtierende, wenig später bis 1951 Erste Bürgermeisterin von Berlin. Wahl-Slogan damals: „Wer klug ist, wählt diese - unsere Louise“. Seit 1949 war sie auch Mitglied des Deutschen Bundestags.
Louise Schroeder starb 1957 in Berlin, dessen erste Ehrenbürgerin sie wurde. Beigesetzt wurde sie nach ihrem Wunsch in Hamburg auf dem Ottenser Friedhof.
Mehr dazu auf den Berliner SPD-Seiten, dem Berlin-Portal, den Seiten des Luisenstädtischer Bildungsverein e.V.und auf Seiten zur Berliner Topographie.
Siehe auch den Beitrag von Stefan Krappa im Altonaer Rathaus-Express Nr. 3/2007


